Literarisches Café: Milenas Erben - Roman

Autorengespräch

Ein schwarz umrandeter Brief ist der Auslöser dieser grenzüberschreitenden Roadstory: Die junge Musikerin Alice ist verwundert, als sie vom Tod einer Verwandten in Tschechien erfährt. Wer ist Tante Milena, von der sie bisher nichts wusste? Die Nachricht versetzt die Angehörigen in Deutschland in Aufregung - im Osten wie im Westen. Sie machen sich auf den Weg, der Tante die letzte Ehre zu erweisen, vor allem aber, um bei der Testamentseröffnung dabei zu sein. Alle reisen mit großen Hoffnungen nach Karlovy Vary, dem einstigen Karlsbad. Sie wissen, dass der verstorbenen Tante in dem schillernden Kurort einmal ein Hotel gehört hat. Wer wird es nun erben? Beim Aufeinandertreffen der Familienmitglieder gärt es. Familienstreitigkeiten, unterschiedliche Weltanschauungen, Träume, Eitelkeiten und Verletzungen brechen auf ...
Wolfgang Sréter fängt die Stimmung Anfang der 1990er-Jahre ein, in der die "Rückführung von Eigentum" nach der Auflösung des Ostblocks auch viele deutsche Glücksritter nach Tschechien lockte. Seine sechs Hauptfiguren porträtiert er in genauen Studien und flicht ihre individuellen Geschichten zu einer spannenden Handlung.

"Milenas Erben" ist eine Perle - man findet sie leider viel zu selten. Umso mehr freut man sich, wenn man im riesigen, unüberschaubaren Literaturangebot ein Exemplar entdeckt. In wunderschöner, plastischer Sprache erzählt Wolfgang Sréter die Geschichte einer vermeintlichen Erbschaft in der Nachwendezeit. Seine Protagonisten lässt er mit Hoffen und Bangen aus West- und Ostdeutschland nach Karlovy Vary, dem einstigen Karlsbad, reisen, wo die Tante Milena angeblich ein Hotel hinterlassen hat, über dessen Zuschlag sie der Testamentsvollstrecker in ihrer Anwesenheit informieren soll.
Dies ist in wenigen, nüchternen Worten der Handlungsrahmen, aus dem Wolfgang Sréter eine anrührende Familiengeschichte flicht, mit großer Empathie für die vermeintlichen Erben. Auch dem einzigen "Bösewicht", dem Immobilienmakler Freyenfeld, der auf das große Geschäft in Karlsbad spekuliert, fügt der Autor mit feinsinnigem Humor liebenswerte, menschliche Seiten hinzu. So entsteht ein differenziertes Familienbild mit geschickt eingewobenen Rückblenden, die dem Leser die handelnden Personen nahebringen. Das Ende der Geschichte? Lassen Sie sich überraschen von einem Schluss, der der Geschichte von "Milenas Erben" die Krone aufsetzt.

Wolfgang Sréter ist geboren in Passau, stammt aus einer deutsch-ungarischen Familie. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Würzburg, Regensburg und München. Seit 1988 ist er freischaffender Autor, Fotograf und Dozent für Kulturmanagement und interkulturelles Lernen.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.
Gefördert von Bayern liest e.V.

Referent:

Wolfgang Sréter, Autor, Fotograf und Dozent für Kulturmanagement und interkulturelles Lernen

Datum Do 07.10.2021, 14:45 Uhr
Ort Marktredwitz, Egerland-Kulturhaus, Fikentscherstraße 24
Gebühr 5,- EUR
Veranstalter Ackermann-Gemeinde, Institutum Bohemicum und KEB Wunsiedel

Hinweis: Geimpft, genesen oder getestet: Bitte bringen Sie für den Einlass ein Ausweisdokument und eine offizielle Bestätigung mit, dass Sie vollständig geimpft, genesen oder getestet sind. Ein Selbsttest unter Aufsicht vor Ort ist aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich. Maske: Es ist eine medizinische Maske zu tragen, die am Sitzplatz abgenommen werden kann. Bewirtung: Das Museumscafé bewirtet Sie gerne an ihrem Platz mit Kaffee und Kuchen. Dafür erbitten wir Ihre Kontaktdaten.

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