Menschenrechte - auf dem Rückzug?

Eine Bilanz zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Die Zahl der offenen Diktaturen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich kleiner geworden, die Zahl der autoritären Regime hinter scheinbar demokratischen Kulissen - auch "Demokraturen" genannt - nimmt hingegen weiter zu. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Regierungen, die von autoritären politischen oder religiösen Dogmen geleitet werden, um 30 % gestiegen. Von Jahr zu Jahr wird die Pressefreiheit in mehr und mehr Ländern der Welt eingeschränkt. Auch der Spielraum für die Organisationen der Zivilgesellschaft wird immer kleiner - in über 50 Ländern gibt es inzwischen sog. "Agentengesetze" gegen humanitäre Hilfsorganisationen, Menschenrechtsgruppen oder Stiftungen. Sogar in einigen Ländern der Europäischen Union nehmen rechte Bewegungen und Menschenrechtsverletzungen zu.
Während bis in die 90er Jahre der Eindruck herrschte, dass sich in immer mehr Staaten ein immer besserer Schutz der Menschenrechte durchsetzen würde, scheint sich mit Beginn des neuen Jahrhunderts die Entwicklung umgedreht zu haben: immer neue Krisenherde, Kriege und instabile Staaten bedrohen die Menschenrechte und schränken die Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft ein. Ganz im Gegensatz zu diesem Eindruck zeigen jedoch nüchterne Statistiken, dass Hunger und Armut erfolgreich bekämpft werden konnten, dass weltweit das Bildungsniveau steigt und die Gewaltbereitschaft sinkt. Wo also stehen wir wirklich?

Urs M. Fiechtner:
Geboren 1955 in Bonn, aufgewachsen in Lateinamerika unter Militärs und späteren Putschisten, freiberuflicher Schriftsteller und Herausgeber, Dozent in der Jugend- und Erwachsenenbildung, Menschenrechtsexperte von Amnesty International, lebt in der Nähe von Ulm.
Fiechtner publiziert seit Mitte der 70er Jahre Prosa, Lyrik und Sachtexte - darunter auch Jugendbücher - und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. 1976 gründete er die interkulturelle Autorengruppe79, die Maßstäbe für die Verbindung von Literatur und Musik gesetzt und den Begriff der "Konzertlesung" geschaffen hat. Seitdem arbeitet er häufig mit Autoren und Musikern aus Lateinamerika und Afrika zusammen. Viele seiner Bücher behandeln Themen rund um die Menschenrechte, mit denen er sich nicht nur als Autor beschäftigt, sondern auch als Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen oder Berater von Projekten wie z.B. Selbsthilfegruppen der Angehörigen von "Verschwundenen" in Lateinamerika und Afrika, Flüchtlingsprojekte oder Behandlungszentren für Folteropfer, von denen er einige mitbegründet hat, darunter das Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm (BFU).
Bei Amnesty International ist er seit 1970 in vielen verschiedenen Funktionen engagiert (wofür er von der Schule flog) und kennt das Innenleben der Organisation sowie die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie wenig andere.
Er ist als herausragender Redner und Rezitator bekannt und gilt bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen als äußerst kenntnisreicher, dabei anregender und humorvoller Gesprächspartner, der auch komplexe Themen anschaulich vermitteln kann.
Mehr siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Urs_M._Fiechtner

Referent:

Urs M. Fiechtner, geboren 1955 in Bonn und aufgewachsen in Chile, arbeitet seit vielen Jahren mit amnesty international Ulm. Er ist Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber, Jugendbuchautor und Dozent.
1986,1999 und 2002 standen Werke Fiechtners auf der Liste der "Empfohlenen Bücher" des Gustav-Heinemann-Friedenspreises für Kinder und Jugendbücher.

Datum So 31.03.2019, 16:00 Uhr
Ort Marktredwitz, Egerland-Kulturhaus, Fikentscherstraße 24
Gebühr kostenfrei!
Veranstalter amnesty international Gruppe Marktredwitz, AWO Marktredwitz und KEB Wunsiedel
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