Literarisches Café: Bohumil Hrabal und seine Beziehung zu den Deutschen

am Beispiel seines Romans "Hochzeiten im Hause"

Bohumil Hrabal, 1914 in Brünn geboren, gilt als einer der bedeutendsten tschechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk nahm er Bezug auf die Peripetien der tschechischen respektive böhmischen Geschichte und beschrieb u. a. seine Erfahrungen aus der Zeit des Protektorats, des Krieges und der Nachkriegszeit. Die Deutschen, die er in seinen Romanen und Erzählungen darstellt, werden häufig in eher negativen Rollen, als Protektoratsbeamte und SS-Leute, gezeigt. In seiner autobiographischen Trilogie Hochzeiten im Hause nähert er sich dem "Volk der Okkupanten" aber mit einem neuen Blick. Denn in diesem Werk spielt unterschwellig das Schicksal seiner Frau eine Rolle, die einer sudetendeutschen Familie entstammte.
Nach der Vorstellung des bewegten Lebenslaufs von Bohumil Hrabal in einem Bildvortrag wird anhand von Auszügen aus Hochzeiten im Hause dargestellt, wie der Schriftsteller die Spannung zwischen distanzierter Haltung gegenüber den Deutschen und der Zuneigung zu seiner Frau verarbeitet.

Anna Knechtel M.A.:
Studium der Germanistik und Slawistik in Mainz, Berlin-West, Neapel und Prag mit Schwerpunkt tschechische Literatur der 1960er- und 1970er-Jahre.
1995-2001 in Prag als Redakteurin beim Sender Radio Prag und als Fachreferentin beim Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds .
Seit 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Adalbert-Stifter-Vereins in München.

Veröffentlichungen (Auswahl):
"Verschoben und abgekippt". Gerold Tietz' changierendes Erinnerungsgewebe als Gegenbild zur ´vorherrschenden Vertriebenenliteratur´?, in: Heimat als Chance und Herausforderung. Repräsentationen der verlorenen Heimat, hg. von Carme Bescansa/Ilse Nagelschmidt. Berlin 2014.
Prag - Provinz. Wechselwirkungen und Gegensätze in der deutschsprachigen Regionalliteratur Böhmens, Mährens und Sudetenschlesiens, hrsg. mit Peter Becher und Jozo Dzambo. Wuppertal (Arco) 2014.
Hörfunk und Hörfunkpolitik in der Tschechoslowakei und im Protektorat Böhmen und Mähren, hrsg. mit Peter Becher. Berlin 2017.
Kultureller Austausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik heute. In: Kucera, Jaroslav/Paleczek, Raimund/Stickler, Matthias (Koord.): Deutsche und Tschechen. Landsleute und Nachbarn in Europa. München: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit 2017. S. 304-317.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.

Referentin:

Anna Knechtel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Adalbert-Stifter-Verein e.V.

Datum Do 21.02.2019, 14:45 Uhr
Ort Marktredwitz, Meister-Bär-Hotel (Festsaal), Bahnhofsplatz 10 (Zufahrt Hotelparkplatz in der Scherdelstraße gegenüber Scherdelturm)
Gebühr 5,- EUR
Veranstalter Ackermann-Gemeinde, Institutum Bohemicum und KEB Wunsiedel

Weitere Informationen:

Literarisches Café: Falzflyer 2018/19

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