Kurs-Nr. 02-1 – Mo 13.02.12, 19:30 Uhr
Wunsiedel, Kath. Pfarrheim St. Wolfgang
Geistliche Erneuerung und ökumenischer Aufbruch - auf dem Weg zur Einheit der Kirchen
Ökumeneabend zum 50-jährigen Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils
Ein ökumenischer Gesprächsabend mit einem Impulsvortrag, einer Auseinandersetzung mit Originaltexten und Diskussion.
Hintergrund:
Als am 21.11.1964 über das Ökumenismusdekret "unitatis redintegratio" (UR) abgestimmt wurde, gab es eine überwältigende Mehrheit von 2137 Ja-Stimmen für dieses Dokument bei nur 11 Nein-Stimmen. Damit sehen die Konzilväter es als eine der Hauptaufgaben an, die "Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen" (UR 1). In der Folgezeit entfaltete UR eine unglaublich breite Wirkungsgeschichte, die weit über die römisch-katholische Kirche hinausging. Viele Hoffnungen entzündeten sich an UR. Neue Wege wurden gewiesen und auch gemeinsam beschritten.
Der Perspektivenwechsel wird darin deutlich, dass sich die römische Kirche nicht selbst genügt, sondern die anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften braucht, um ihre wahre Katholizität voll zu verwirklichen. Nur in der Gemeinschaft aller ChristInnen schauen wir die Fülle der Gaben Gottes. Ohne das Zeugnis der anderen sind wird nicht dieselben. Wir brauchen einander, mehr denn je.
Mit Hilfe der in der Kirchenkonstitution LG gefundenen Formulierung des "subsistit in" gegenüber dem traditionellen "est" - die Kirche Jesu Christi "ist" nicht die katholische Kirche, sondern sie "subsistiert" in der katholischen Kirche - wurde erstmals auch eine Tür für andere Kirchen geöffnet. So kam in den Blick, dass es außerhalb der römischen Kirche nicht nur einzelnen ChristInnen, sondern auch "Elemente der Kirche", Kirchen und kirchliche Gemeinschaften gibt, die rechtens zu einer Kirche gehören. Die Frage des Heils der Nicht-Katholiken wurde damit institutionell und objektiv ekklesiologisch beantwortet.
Die Kirchen der Reformation haben diese Sicht ökumenischen Denkens und Handelns insgesamt begrüßt, aber auch grundsätzliche Anfragen gestellt, etwa wenn den evangelischen Kirchen ein Mangel an eucharistischer Wirklichkeit bescheinigt wird (UR 22). Doch ist in jedem Fall positiv anzuerkennen, dass UR auch zentrale reformatorische Einsichten aufnimmt - insbesondere die gemeinsame Hinkehr zur Mitte des christlichen Bekenntnisses: Jesus. Denn je näher die ChristInnen dem Gekreuzigten kommen, desto näher kommen sie auch einander.
Inhalte:
- ökumenische Ausrichtung als Wesensmerkmal des katholischen Glaubens (UR)
- das "subsistit in" - von "Elementen der Kirche" und kirchlichen Gemeinschaften auf dem gemeinsamen Heilsweg (LG)
- das Kirchenverständnis in "Dominus Jesus" (2000)
- Anfragen und Aufnahmen von reformatorischer Seite
Hintergrund:
Als am 21.11.1964 über das Ökumenismusdekret "unitatis redintegratio" (UR) abgestimmt wurde, gab es eine überwältigende Mehrheit von 2137 Ja-Stimmen für dieses Dokument bei nur 11 Nein-Stimmen. Damit sehen die Konzilväter es als eine der Hauptaufgaben an, die "Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen" (UR 1). In der Folgezeit entfaltete UR eine unglaublich breite Wirkungsgeschichte, die weit über die römisch-katholische Kirche hinausging. Viele Hoffnungen entzündeten sich an UR. Neue Wege wurden gewiesen und auch gemeinsam beschritten.
Der Perspektivenwechsel wird darin deutlich, dass sich die römische Kirche nicht selbst genügt, sondern die anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften braucht, um ihre wahre Katholizität voll zu verwirklichen. Nur in der Gemeinschaft aller ChristInnen schauen wir die Fülle der Gaben Gottes. Ohne das Zeugnis der anderen sind wird nicht dieselben. Wir brauchen einander, mehr denn je.
Mit Hilfe der in der Kirchenkonstitution LG gefundenen Formulierung des "subsistit in" gegenüber dem traditionellen "est" - die Kirche Jesu Christi "ist" nicht die katholische Kirche, sondern sie "subsistiert" in der katholischen Kirche - wurde erstmals auch eine Tür für andere Kirchen geöffnet. So kam in den Blick, dass es außerhalb der römischen Kirche nicht nur einzelnen ChristInnen, sondern auch "Elemente der Kirche", Kirchen und kirchliche Gemeinschaften gibt, die rechtens zu einer Kirche gehören. Die Frage des Heils der Nicht-Katholiken wurde damit institutionell und objektiv ekklesiologisch beantwortet.
Die Kirchen der Reformation haben diese Sicht ökumenischen Denkens und Handelns insgesamt begrüßt, aber auch grundsätzliche Anfragen gestellt, etwa wenn den evangelischen Kirchen ein Mangel an eucharistischer Wirklichkeit bescheinigt wird (UR 22). Doch ist in jedem Fall positiv anzuerkennen, dass UR auch zentrale reformatorische Einsichten aufnimmt - insbesondere die gemeinsame Hinkehr zur Mitte des christlichen Bekenntnisses: Jesus. Denn je näher die ChristInnen dem Gekreuzigten kommen, desto näher kommen sie auch einander.
Inhalte:
- ökumenische Ausrichtung als Wesensmerkmal des katholischen Glaubens (UR)
- das "subsistit in" - von "Elementen der Kirche" und kirchlichen Gemeinschaften auf dem gemeinsamen Heilsweg (LG)
- das Kirchenverständnis in "Dominus Jesus" (2000)
- Anfragen und Aufnahmen von reformatorischer Seite
Referent: Pfarrer Ernst Reichold, Theologischer Referent im Evangelischen Bildungswerk Regensburg
Veranstalter: Kath. Erwachsenenbildung und Evang. Bildungswerk Wunsiedel
zurück